Kinder- und Jugendschutz: Ein Thema, das alle betrifft

#SPORTinBW berichtet über Schutzbeauftragten Stefan Reich

Als Beauftragter des FC Wacker Biberach e.V. fördert Stefan Reich (Foto) den offensiven Umgang mit dem Thema Kinder- und Jugendschutz im Verein. Für das Magazin #SPORTinBW hat er mit dem Württembergischen Landessportbund über seine Aufgaben, Motivation und Wünsche für die Zukunft gesprochen. Hier der Artikel im Wortlaut ...

 

Vereinbarung über Kinderschutz im Verein

Mit Änderung des §72a SGB VIII (Bundeskinderschutzgesetz) sollte aber auch der FC Wacker Biberach in Berührung mit der Thematik kommen. Wie für viele andere Sportvereine galt es eine Vereinbarung mit der Stadt bzw. dem Jugendamt zu unterschreiben, die einen Teil der Jugendmitarbeiter zur Vorlage des erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses verpflichtete. Für den 37-Jährigen war zum damaligen Zeitpunkt klar: „Wenn ich das jetzt unterschreibe, sollte ich mich auch damit auskennen.“ Stefan Reich nahm daher an einer Infoveranstaltung der WSJ gemeinsam mit der Stadt Biberach zur sexualisierten Gewalt im Sport teil. „Ab da war für mich gewiss, dass das Thema einen höheren Stellenwert im Verein einnehmen muss. Deshalb entschied ich mich für die Ausbildung zum Schutzbeauftragten“, erklärt Reich, der auch die C-Jugend des Fußballvereins trainiert.

Ein Schutzbeauftragter als Ansprechpartner im Verein

Bei der Qualifizierungsmaßnahme werden die Teilnehmer für das Thema sexualisierte Gewalt im Sport sensibilisiert. Sie erfahren, was bei einer Vermutung oder einem Verdacht zu tun ist und wo sie fachliche Beratung und Unterstützung erhalten. Außerdem lernen die angehenden Schutzbeauftragten, welche Präventionsmöglichkeiten es für den Verein gibt. Alle im Verein haben so einen Ansprechpartner, der sich verantwortlich fühlt und helfen kann, sollte es zu Problemen kommen. Potentielle Täter werden außerdem abgeschreckt. „Meine Hoffnung ist, dass jemand es erst gar nicht versucht, wenn er merkt, beim FC Wacker geht man sensibel um mit dem Thema Jugendschutz“, so der Vereinsjugendleiter. Einmal hatte er bereits den Fall, dass sich jemand engagieren wollte und als ein Führungszeugnis verlangt wurde, dieser nie wieder gesehen wurde. Auch die durchgehend positiven Rückmeldungen der Jugendtrainer und Eltern sprechen für sich.

Präventions- und Schutzkonzept gibt Handlungssicherheit

Stefan Reich ist als Schutzbeauftragter nicht nur Ansprechpartner für alle im Verein, er sensibilisiert und schult auch Vereinsvorstände, Trainer und Betreuer zum Thema. Er nimmt Einsicht in die Führungszeugnisse und ist für das Erstellen eines vereinsspezifischen Präventions- und Schutzkonzeptes gemeinsam mit einer Kinder- und Jugendpsychologin verantwortlich. „Damit möchten wir unseren Jugendtrainern und Betreuern Handlungssicherheit geben“, so der engagierte Jugendleiter. Auch die Spieler werden bei der Erstellung miteinbezogen, denn es gilt, das Konzept im Anschluss auch zu leben und umzusetzen.

Weitere Maßnahmen sind bereits in Planung

Damit ist es beim FC Wacker Biberach aber noch nicht getan. Die zweite Vereinsvorsitzende, Michaela Stöckl, möchte sich ebenfalls zur Schutzbeauftragten qualifizieren, damit es im Verein einen männlichen und einen weiblichen Ansprechpartner gibt. Der Kinder- und Jugendschutz soll außerdem in der Vereinssatzung verankert werden. Weitere verpflichtende Fortbildungsveranstaltungen für alle Jugendtrainer und Betreuer sind in Planung. „Ich möchte einen offensiven Umgang mit dem Thema. Denn wenn nur ein einziger Jugendlicher dadurch vor Grenzverletzungen oder sexualisierter Gewalt geschützt werden kann, hat sich der ganze Aufwand schon gelohnt“, macht Reich deutlich.

Weitere Infos zum Thema finden Sie hier.

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