Geschichte(n)

Als 5000 Fans Wacker sehen wollten ....

Um die Anfänge des FC Wacker Biberach anno 1925, seine legendäre Schwarzwald-Bodenseeliga-Mannschaft in den Sechziger Jahren (links), die Wiedergründung des Vereines als Biberacher SC im Jahr 1977 (rechts) und andere Höhepunkte der vergangenen Jahrzehnte dreht sich unser Rückblick:


1925: 25 junge Burschen zwischen 16 und 22 Jahren legen im Ulmer Hof den Grundstein des FC Wacker, dessen Vorsitzender Josef Rieger wird. Der FCW hat außer dem Sportverein auch noch Konkurrenz von der DJK (Deutsche Jugendkraft), versteht es aber, sich unter größten Schwierigkeiten durchzusetzen. Sportliche Heimat ist das Spielfeld östlich des Uttenweiler Bahndamms, beim Luft- und Freibad an der Riß. Umkleiden mussten sich die Mannschaften im Ulmer Hof.

1927-31: Wacker leidet infolge des wirtschaftlichen Abschwunges und hoher Arbeitslosigkeit im Lande unter Geld- und Mitgliedermangel, erholt sich aber wieder und wird 1930/31 Meister in der B-Klasse Oberschwaben, Abteilung 2.

1932: Wacker wird mit 3 Punkten Vorsprung auf die TG Biberach Meister in der A-Klasse (Kreis Ulm, Gruppe Donau) scheitert jedoch in der Aufstiegsrunde zur Kreisliga an Senden und Herbrechtingen.

1933: Erneutes Meisterstück in der A-Kasse, erneutes Scheitern in der Aufstiegsrunde, diesmal gegen Giengen/Brenz und Vöhringen.

1934: Wacker führt kurz vor Schluss der Meisterschaftsrunde die Tabelle der 1. Kreisklasse Oberschwaben. Gruppe Süd, ein Zähler vor den punktgleichen Verfolgern TG Biberach und Tettnang. "Was sich nun ereignete", so die Vereinschronik des FCW, "gab wieder einen Beweis des Hasses seitens der TG". Weiter heißt es: Auf Anregung von Engler u. a. löste sich die Deutsche Jugend Kraft (DJK) Biberach zwei Spieltage vor Rundenende auf. Was für Wacker zu einem Abzug von vier Punkten führte, für die TG und Tettnang zu jeweils 3 Punkten Abzug. Worauf die TG und Wacker dank ihrer guten Torverhältnisse gleichauf an der Spitze liegen. Derweil melden sich 3 der DJK-Spieler, darunter einer namens Albrecht, beim FC Wacker an, während die besten Kräfte zur TG wechseln. Im drauffolgenden, letzten und alles entscheidenden Meisterschaftsspiel liegen die Wackeraner gegen die TG in der ersten Halbzeit 0:2 hinten, ehe sie das Blatt wenden und sich mit einem 4:3-Sieg den Titel und den Aufstieg sichern. Mit Hilfe besagten Spielers Albrecht, der mit einem 40-Meterschuss das zwischenzeitliche 2:2 besorgt hatte.

1938: Nachdem sich Wacker drei Jahre lang gut behauptet hat in der Bezirksliga, droht der Abstieg: "infolge Wehrmacht" (Chronik) und eines offenbar unfähigen Funktionärs. "Wilhelm Schultheiß sorgte dafür, dass es langsam abwärts ging. Er versagte als Spielausschuss-Obmann und Kassier". Worauf die Spieler ihren vormaligen "bewährten" Leiter Oechsle zurückholen und den Klassenerhalt doch noch schaffen.        

1940: Ein Jahr nach Ausbruch des 2. Weltkrieges muss der Spielbetrieb eingestellt werden. Oechsle kümmert sich noch bis 1944 um die Jugend des Klubs, "bis auch hier jede Tätigkeit unmöglich war". 

1945: Oechsle will schon im Oktober Wacker wiederaufbauen. Die Franzosen lassen aber nur noch einen Verein in der Stadt zu, der nach der Gründungsversammlung im Ulmer Hof im November fortan unter Spielvereinigung (Spvgg) firmiert. "Leider musste festgestellt werden, dass immer ein Spalt vorhanden war, welcher die ehemaligen Wacker-Mitglieder nicht zur Geltung kommen ließ".

1946: Die Spielvereinigung (SpVgg) nimmt den Spielbetrieb in der „Zonenliga“ auf.

1952: Die Kluft der ehemaligen Konkurrenten führt dazu, dass der FC Wacker in der B-Klasse wieder von vorne anfängt. Inzwischen ist der Gigelberg zum Sportplatz Nummer eins ausgebaut worden. Wackers erster sportlicher Auftritt findet im August bei einem Werbespiel in Oggelshausen statt. Ein paar Wochen später gewinnt die erste Mannschaft ihr erstes Punktspiel beim SV Ingerkingen mit 7:3 und wird am Ende der Saison 52/53 Meister in der B-Klasse Riß.

1953: Die Wackeraner dominieren auch in der A-Klasse Riß die Konkurrenz und holen sich den Titel. Sie scheitern jedoch in der Aufstiegsrunde zur 2. Amateurliga und belegen hinter Lindau und Buchau "nur" den dritten Platz.

1961: Einweihung des neuen Stadions der Stadt Biberach.

1961: Wacker glückt der Aufstieg in die II. Amateurliga Oberschwaben.

1963: Das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft in der II. Amateurliga verliert Wacker gegen die TG Biberach vor 5000 Zuschauern mit 1:4.

1966: Wacker ist Meister in der II. Amateurliga und spielt fortan in der Schwarzwald-Bodenseeliga (= I. Amateurliga). Das Foto rechts mit den Herren in den blütenweißen Trikots stammt vermutlich aus dieser Zeit. Hinten, von links: Heinrich Vogel, Rolf Koch, Helmut Eyrainer, Karl Schmidberger, Martin Rattka, Rolf Vetter, Richard Vogel, Helmut Renner. - Vorne: Frieder Brücker, Peter Vogelgesang, Edi Mayer.

1969: Wacker schlägt sich vor 2 700 Zuschauern wacker beim 0:3 gegen den englischen Premierleague-Aufsteiger Derby County mit seinen Legenden Brian Clough (Manager) und Dave Mackay (schottischer Nationalspieler). Die Briten logieren für ein paar Tage im Biberacher Hotel Rad, wobei sich vor allem die Verantwortlichen sehr trinkfest zeigen. 

1970: Mangels sportlicher und finanzieller Perspektiven schließen sich die TG und der FC Wacker zum FV Biberach zusammen.

Die BSC-Gründer anno 1977, sitzend von links: Alfred Braig, Erich Sicklinger, Erich Renner, Paul Schnell. - Stehend: Rudi Haigis, Walter Vöhringer, Georg Hess, Helmut Koch, Richard Zell.

Die erste BSC-Mannschaft im Gründungsjahr 1977, hinten: Kalli Wagenblast, Gerd Pahl, Jürgen Uschkamp, Erich Möst, Günter Miez, Uwe Schwantes, Reinhard Szustak. - Vorne: Richard Zell, Roland Schmid, Gerhard Hettrich, Pit Wohnhas.

1977: Am 17. Januar heben ein paar Fußballbegeisterte, darunter etliche Ex-Wackeraner, den Biberacher SC (BSC) aus der Taufe. Zu ihrem Vorsitzenden wählen sie am 14. Mai Wolfhard von Heyking. Unser Bilder oben zeigen die Gründungsmitglieder und die damalige 1. Mannschaft. Spieler-Trainer ist Burkhard Günther, der Vater unseres seit 1998 amtierenden Präsidenten Frank Günther. Der BSC gewinnt sein erstes Punktspiel gegen den SV Baltringen im Biberacher Stadion vor 150 Zuschauern mit 5:3 und beendet die Premierensaison in der C-Klasse auf dem 5. Platz. Von Anfang an wird auch großer Wert auf die Förderung des Nachwuchses gelegt: Jugendleiter Erich Renner schickt gleich 7 Juniorenteams ins Rennen. 

1979: Als neuer Trainer kommt Horst Schuler, ehe ein Jahr später Spielertrainer Hans Krebs übernimmt.

1982: Riesenerfolg für die ersten Mannschaft des BSC: Hans Krebs und Co. schaffen den Sprung in die Kreisliga A. Bereits vier Spieltage vor Schluss sichert sich das Team mit einem 3:1-Heimsieg gegen den SV Muttensweiler den Titel.

1983: Trainer Hans Krebs hört vorzeitig auf; Richard Zell übernimmt interimsweise, ehe zu Beginn der Saison 83/84 Adalbert Göggel kommt.

1984: Neuerlicher Trainerwechsel: Wolfgang Fibich wird Nachfolger von Adalbert Göggel.

1985: Mit Karl Mutschler als Trainer geht es in die Saison 85/86, wird aber vorzeitig von Interims-Trainer Bernd Wahl abgelöst.

1986: Tiefschlag: Der BSC steigt in die Kreisliga B ab. Winfried Hummler wird Spielertrainer.

1987: Der BSC feiert sein zehnjähriges Bestehen mit diversen Veranstaltungen. Sportliche Höhepunkte sind die Spiele gegen den Zweit-Bundesligisten SSV Ulm 1846 und den ungarischen Zweitligisten TTVE Budapest im Stadion.

1988: Meisterstück in der Kreisliga B, dank so rühriger Funktionäre wie Gerd Pahl (Spielleiter), Matthias Lübbers (Vize) und Wolfhard von Heyking (Präsident). Unser Foto zeigt das Meisterteam, hinten (v. l.): Michael Egle, Volker Wagenhals, Rainer Grimm, Gerhard Hipp, Volker Ehnis, Marc Kohlhöfer, Winfried Hummler, Wolfhard von Heyking, Erich Renner. - Vorne: Martin Pahl (Sohn des Spielleiters), Holger Weiß, Matthias Lübbers, Oliver Spielbauer, Uwe Petruck, Stefan Nowack, Mario Chioditti, Peter Weisser, Nedjad Rulani.

1989: Spielertrainer Winfried Hummler und Co. marschieren durch in die Bezirksliga.

1992: Der BSC steht - mangels Führungspersonal - vor der Auflösung. Klaus Popp und Fred Gerster „retten“ den Verein und taufen ihn alsbald in FC Wacker um. Richard Zell löst Trainer Winfried Hummler ab.

1993: „Wahnsinn“, jubelt Präsident Fred Gerster, als nach den beiden Relegationsspielen gegen den FV Bad Schussenried (vor insgesamt 4 000 Zuschauern) der sensationelle Aufstieg in die Landesliga feststeht. Nicht zuletzt das Verdienst von Trainer (und BSC-Gründungsmitglied) Richard Zell. - Zudem wird ein Frauenteam ins Leben gerufen.

1994: Die „Zweite“, mit Spielertrainer Peter Traub, bezwingt in der Relegation vor 700 Zuschauern den SV Muttensweiler und steigt in die Kreisliga A auf. Außerdem steht sie im Endspiel des Bezirkspokals, verliert dieses aber. Der ehemalige russische Nationalspieler Edgar Hess übernimmt das Traineramt von Richard Zell. - Eine Frauenmannschaft nimmt den Spielbetrieb auf. 

1996:
Der FC Wacker sichert sich Anfang Januar zum dritten Mal den Titel des Hallenmeisters im Kreis Biberach. Ab März steht der Verein ein paar Wochen ohne Präsident da. Ende des Jahres wird Trainer Edgar Hess entlassen, Richard Zell springt interimsweise ein. Für die Frühjahrsrunde 1997 wird Franz-Josef Toth (Foto) als Trainer verpflichtet. Die Mannschaft schließt die Landesliga-Saison 96/97 als Vizemeister ab.

1997: Der FCW richtet den Oberschwaben-Cup in der BSZ-Halle aus und fegt dabei im Endspiel den Oberligisten FV Biberach mit 4:1 vom Parkett. Indes: Die großen finanzielle Probleme werden immer offensichtlicher. Trainer Franz-Josef Toth wird schon nach dem ersten Spieltag 97/98 durch Manfred Oschwald ersetzt.

1998: Coach Manfred Oschwald geht. Richard Zell springt erneut ein, wirft aber im Herbst nach anhaltender Erfolglosigkeit das Handtuch. Achim Denz übernimmt, kann aber den Abstieg seines lustlosen Teams am Ende der Saison 98/99 nicht verhindern. - Zweitmannschafts-Torschützenkönig Christoph Mientus wird in die Nationalmannschaft der Gehörlosen berufen. Die zweite Mannschaft steigt am Ende der Saison 1997/98 trotzdem in die Kreisliga B ab. - Die Frauenmannschaft stellt den Spielbetrieb ein.

1999: Der Schuldenberg ist mit 245 000 Mark gewaltig, der neue Vorsitzende Frank Günther (Foto) und Schatzmeister Wolfgang Müller kündigen einen rigorosen Sparkurs an. - Peter Traub löst Achim Denz als Trainer der Ersten ab und etabliert sich mit der Mannschaft im Vorderfeld der Bezirksliga Riß.

2000: Triumph bei der Hallenkreismeisterschaft: Wacker holt zum vierten Mal den Titel. Trainer Traub streicht trotz auch einer sonst erfolgreichen Saison 99/00 die Segel. Franz-Josef Toth kommt zurück. 

2002:
Im Herbst gibt Toth auf, Volker Wussler wird Spielertrainer, steigt aber am Schluss der Runde 02/03 mit der Mannschaft in die Kreisliga A ab.

2003: Achim Denz wird als Trainer verpflichtet. Dank des konsequenten Sparkurses der Vereinsleitung sind die Schulden enorm gesunken.

2005: Der FC Wacker richtet zum ersten Mal die Hallenmeisterschaften des Kreises Biberach aus. In der Rückrunde der Freiluftsaison 04/05 eilt die Erste von Sieg zu Sieg, erreicht so die Relegation zur Bezirksliga und das Finale des Bezirkspokals, verliert aber gegen den SV Eberhardzell (1:3 n. V.) und die TSG Maselheim /Sulmingen (1:2) beide Spiele.

2007: 30 Jahre nach der Gründung des Biberacher SC feiern die Wackeraner Geburtstag; unter anderem mit der wiedergegründeten AH, die in einem gut besuchten Werbespiel den FV Biberach mit 3:2 bezwingt. Einen Trainerwechsel gibt es bei den Aktiven: Achim Denz geht nach 5 Jahren (zum FC Mittelbiberach), Uwe Reh kommt (vom VfB Gutenzell).

2009: Uwe Reh tritt als Trainer wegen der anhaltenden sportlichen Talfahrt zurück. Richard Zell springt mal wieder ein und coacht bis zum Saisonende.

2010: Enzo Galvano kommt vom SV Eintracht Seekirch zurück und agiert als neuer (Spieler-)Trainer der Aktiven. - Die Ü40 wird Dritter bei der Württembergischen Kleinfeldmeisterschaft und ein paar Wochen später sogar Baden-Württembergischer Meister.

2011: Die Ü30 wird nach mehreren Anläufen endlich Bezirksmeister auf dem Großfeld, die Ü40 holt den gleichen Titel auf dem Kleinfeld.

2012: Enzo Galvano steigt nach anhaltender Talfahrt kurz vor Saisonende als Trainer aus. Predrag Milanovic, ein Wacker-Urgestein übernimmt. - Das Frauenteam des FV Biberach wechselt in kompletter Besatzung zum FC Wacker.

2015: Die Erste sichert sich im Relegationsspiel gegen den SV Eberhardzell II mit 3:0 den Klassenerhalt in der Kreisliga A. - Die Ü40 triumphiert bei der Württembergischen Meisterschaft auf dem Kleinfeld und holt sich den Titel.

2016: Der neue sportliche Leiter des FC Wacker heißt Ralf Wetzel (Foto). Mit ihm soll die seit Jahren anhaltende Flaute im sportlich-organisatorischen Bereich der Aktiven enden und frischer Wind einkehren. Wetzel zählte einst zu den Fußball-Größen Oberschwabens und kickte bei den Verbandsligisten SV Mochenwangen bzw. FV Ravensburg sowie Viktoria Bregenz (3. Österreichische Liga).